Pascal Dusapin
Pascal Dusapin, 1955 in Nancy geboren, zählt zu den bedeutendsten und vielseitigsten Komponisten unserer Zeit. Schon früh begeisterte er sich für Bach wie für The Doors, für Free Jazz wie für Beethoven. Als er mit 18 Jahren zum ersten Mal Arcana von Edgar Varèse hörte, entwickelte er nicht nur eine besondere Vorliebe für diesen Komponisten (den er seinen „musikalischen Großvater“ nannte), sondern er beschloss auch, selbst Komponist zu werden. Von 1974 bis 1978 studierte er bei Iannis Xenakis (seinem „musikalischen Vater“), der Dusapin als seinen einzigen wirklichen Schüler bezeichnete. Auf Xenakis geht auch Dusapins besonderes und bis heute anhaltendes Interesse für Architektur und Mathematik zurück. 1976 war Dusapin Student bei Olivier Messiaen, außerdem zählt er den Komponisten Franco Donatoni zu seinen Lehrern. Studiert hat Dusapin zudem bildende Kunst, Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Pariser SorBonne. Von 1981 bis 1983 war er Stipendiat in der Villa Medici der Académie de France in Rom.
Mittlerweile hat Pascal Dusapin über hundert Werke aus beinahe allen musikalischen Gattungen komponiert. In seinen Opern sucht er die Auseinandersetzung mit berühmten Stoffen der Literatur- und Geistesgeschichte wie Romeo und Julia, Medea, Faust, Orpheus oder Macbeth. Seine Oper Macbeth Underworld, 2019 am Brüsseler Théâtre Royal de La Monnaie uraufgeführt, wurde 2021 von Lorenzo Fioroni am Staatstheater Saarbrücken inszeniert.
Leidenschaftlich an Fotografie und Zeichnung interessiert, schuf Dusapin zudem außergewöhnliche Projekte wie die immersive Installation Mille Plateaux oder die Sound-Installation In nomine lucis im Pariser Panthéon, die in Resonanz mit Werken von Anselm Kiefer steht.
Dusapin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so 1994 den Grand Prix SACEM de la Musique Symphonique, 1995 den Grand Prix National de Musique des französischen Kulturministeriums und 2005 den Cino del Duca-Preis. Außerdem übernahm er Gastprofessuren etwa am Pariser Collège de France oder an der Hochschule für Musik und Theater München. In der Saison 2024 / 25 war Pascal Dusapin Composer in Residence der Dresdner Philharmonie.
In der Spielzeit 2025 / 26 hat die Staatsoper Hannover eine dreijährige intensive Auseinandersetzung mit dem Werk von Pascal Dusapin begonnen.